Fällt Weihnachten jetzt aus?

«fällt Weihnachten jetzt aus?»

Es ist Heiliger Abend. Mein Bruder und ich rennen aufgeregt und lachend durch die Wohnung. Plötzlich klingelt es. Der Postbote bringt einige Briefe. Die Mutter setzt sich an den Tisch und beginnt zu lesen. Als wir in die Küche kommen, bleiben wir erschrocken stehen. Unsere Mutter sitzt über einem Brief gebeugt und weint. Nur mühsam gelingt die Erklärung: «Ein Kriegskamerad teilt uns mit, dass unser Vater erkrankt und gestorben ist.» Obwohl das ganze Ausmass der Schreckensnachricht nicht in unsere Kinderherzen eindringen kann, spüren wir, dass etwas zerbricht und über uns zusammenstürzt. Wir drücken uns an die Mutter. Die Tränen mischen sich. Lange finden sich keine Worte. Mitten hinein in die Totenstille dringt meine kindlich besorgte Frage: «Mutti, fällt Weihnachten jetzt aus?» …

Szenenwechsel

Aus den Lautsprechern im Warenhaus erklingt, «Jingle bells, jingle bells, …» oder «Stille Nacht, heilige Nacht». Sentimentale Gefühle machen sich breit. Es ist angenehm, in diese Phantasiewelt einzutauchen und einen Moment den Rummel zu vergessen. Doch jäh werden wir durch die Rücksichtslosigkeit der gestressten Mitmenschen in die Realität zurückgeholt. Unsere Weihnachts-Probleme sind sofort wieder da: «Was schenke ich meinem Patenkind, es hat sowieso schon alles?!» und «Wie bringe ich die öde Familienfeier bloss hinter mich?»

Weihnachten wird auf Stress, ‹Business›, ausgiebige Partys, obligate Familienfeiern und allenfalls etwas sentimentale Gefühle reduziert. Ist all dies wirklich der Sinn von Weihnachten?

Weihnachten ausfallen lassen?

Neben der Hektik und den ‹sentimentalen Gefühlen› scheint ein weiterer Faktor dem Fest des Friedens entgegen zu stehen: Vielen Menschen begegnet das Leben erbarmungslos. Einige werden dadurch verbittert und andere versinken in Hoffnungslosigkeit. Fragen nach dem Sinn des Lebens werden gestellt?… – Wie wird die Mutter auf die Frage ihres Jungen antworten, ob Weihnachten ausfällt?

Die gestellte Frage lässt meine Mutter stutzen, sie gibt sich einen Ruck, nimmt mich in den Arm und sagt: «Nein, jetzt feiern wir erst recht Weihnachten!» Was ist denn an diesem Feiertag so speziell, dass selbst in einer solch trostlosen Situation ‹erst recht› gefeiert werden soll?

Was ist Weihnachten wirklich?

Weihnachten ist die Antwort Gottes auf die Not und das oft sinnlos scheinende Existieren des Menschen. Er, unser Schöpfer, hat eine permanente Gemeinschaft mit uns vorgesehen. Durch die Rebellion und den Ungehorsam der ersten Menschen wurden wir von ihm getrennt (nachzulesen in der Bibel: 1. Mose 3). Dazu kommt, dass wir uns alle durch Ungehorsam und Ablehnung ihm gegenüber schuldig machen. So sind wir aus der Gegenwart Gottes ausgestossen und suchen krampfhaft nach Erfüllung und Lebenssinn. Dabei fehlt uns der eigentliche Lebensnerv, die Verbindung mit unserem Schöpfer. Und genau?…

… hier findet Weihnachten statt

In seiner unendlichen Liebe zu den Menschen sandte Gott seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt. Dieser erlebte die Härte und Gottferne der Menschheit hautnah.

«Er kam in seine (von ihm geschaffene) Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf» (Johannes 1,11).

Dies konnte Jesus aber nicht abhalten, Gottes Versprechungen einzulösen. Schon vor Urzeiten hat Gott den Menschen gegenüber die Zusage gemacht: Ich will selbst einen Vermittler schicken, der die zerbrochene Beziehung wieder herstellen wird. Das ist Weihnachten!

Jesus hat die Konsequenz unserer Schuld auf sich genommen, als er am Ende seines kurzen Lebens auf der Erde am Kreuz starb. Am dritten Tag jedoch hat ihn Gott auferweckt und damit diese stellvertretende Bezahlung für unsern Ungehorsam akzeptiert. Nun bietet er uns durch Jesus Christus Vergebung an für unsere Rebellion ihm gegenüber.

Jetzt feiern wir erst recht Weihnachten!

Echt Weihnachten feiern heisst also, Jesus Christus die Führung unseres Lebens anzuvertrauen. Damit finden wir zurück zum eigentlichen Lebenssinn, einem Leben in Verbindung mit Gott. Wir müssen aber unsere Schuld anerkennen und bekennen. Im Glauben an Jesus dürfen wir dann die Gewissheit der Annahme durch Gott erleben.

Darf ich Sie einladen, selber in der Bibel über Gottes Plan für Ihr Leben nachzulesen? Gott will, dass auch Ihr Leben nicht mehr einfach ‹gelebt› wird.

«Die Jesus aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu sein» (Johannes 1,12).

Dadurch öffnet sich uns auch eine Perspektive für das Leben nach dem physischen Tod. Durch Jesus Christus ist die Trennung von Gott dem Schöpfer aufgehoben. Wir werden einmal für immer in seiner Gegenwart sein. Diese Gewissheit hat die eingangs erwähnte Mutter befähigt, die schwere Nachricht anzunehmen und nicht in Trostlosigkeit zu versinken. Sie wusste, dass Gott ihr in dieser Situation Kraft geben wird.

Gott will auch Sie echte Weihnachten erleben lassen, Weihnachten in Ihrem eigenen Herzen:

«Gottes Liebe zu uns ist daran sichtbar geworden, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns durch ihn das Leben zu geben» (1. Johannes 4,9).

Gemeinschaft mit dem Schöpfer bedeutet ein Leben mit Sinn und ewigen Werten. Ich wünsche Ihnen echt ‹Fröhliche Weihnachten!›

Peter Kunz